Hermetik
Tolli, Federico - Thelema
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Im Spannungsfeld zwischen Christentum, Logentradition und New Aeon
Matthäus 7,21: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den "Thelema" tun meines Vaters im Himmel.
Eine der zentralen Botschaften des Christentums ist die Nachfolge im Tun des Willens Gottes. Und dass es nur zwei Möglichkeiten für den Menschen gibt, Gottes Willen oder seinen eigenen Willen zu tun. Das vorliegende Werk zeichnet die facettenreiche Rezeptions- sowie Deutungsgeschichte des ursprünglich hellenistischen Begriffes für den Willen nach.
Schon im Altgriechischen "Koine" des neuen Testamentes deutete sich das Spannungsfeld unserer Zeit an. "Thelema" war gleichbedeutend mit dem Willen Gottes den ein Mensch tut, aber stand, je nach Kontext, auch für den "triebhaften" Willen des Menschen. In unserer Epoche steht "Thelema" für eine große Bandbreite neureligiöser Strömungen. In detektivischer Kleinarbeit wird eine historische Etymologie des Begriffes "Thelema" vorgenommen, die bis dato völlig unbekannte Zusammenhänge und Deutungsmöglichkeiten eröffnet. Anhand namhafter Protagonisten des abendländischen Christentums wie Paulus, Augustinus, Jakob Böhme, François Rabelais usw. wird aufgezeigt, dass "Thelema" seit 2000 Jahren für einen spirituellen Individuationsweg steht, der sich aus dem Christentum ableitet. Die erdrückende Beweislast der christlichen Geistesgeschichte fordert als Fazit eine vollkommene Neubewertung des Begriffes. "Thelema" ist das fehlende Bindeglied zwischen christlicher Tradition und individualistischer Moderne, deutet die Neuzeit und ihre humanistischen Errungenschaften als direkte Folge der historischen Entwicklung im Christentum.
Der Autor führt uns durch verschiedene Epochen europäischer Geistesgeschichte und beschreibt die Werke bedeutender Geistesgrößen, in denen "Thelema" als Synonym für den "wahren Willen" sowie den "Willen Gottes" steht. Das Buch versucht eine längst überfällige theologische Verortung von "Thelema". Der Text verliert sich jedoch nicht in ungeklärten Details, sondern verweist eingängig auf die Wurzeln unserer Zivilisation.
Zum Autor:
Federico Tolli geb. 1972 in Landstuhl, studierte katholische Theologie und Philosophie an den Universitäten Mainz, Hamburg, Kaiserslautern und der päpstlichen Jesuitenhochschule Gregoriana in Rom. In der römisch-katholischen Kirche war er zuletzt als Zeremoniar am Vatikan tätig. Als Journalist und Autor schrieb Tolli für verschiedene Magazine und Zeitungen (u.a. Welt am Sonntag) in den Ressorts Politik, Kultur, Medien.
Sein Einstieg in die Esoterik begann mit der Einweihung in eine Saturnloge. 2000 Gründung der Pansophischen Gesellschaft in Hamburg, 2001 Logenmeister. Nach seiner Auffassung ist "Magie" ein Weg zur Mystik. Sein Hang zur christlichen Mystik durchzog sein gesamtes Wirken in der magisch-esoterischen Szene. 2003 erhielt Federico Tolli die Priesterweihe durch Erzbischof Ungerer und wirkt seitdem als katholischer Priester in der Freikatholischen Kirche.
Sein erstes theologisches Werk ist die Folge seiner langjährigen Beschäftigung mit religiösen Randerscheinungen und ihre Bedeutung für die Theologie.
Die landläufig als Magie bezeichnete Hermetische Wissenschaft ist für ihn ein universales System der Bewusstseinsbildung, das oft von okkulten Teilgebieten nicht in seiner Fülle verstanden wird.
Rezension
THELEMA steht in der heutigen Zeit als Inbegriff der Lehren Aleister Crowleys und diejenigen, welche sich mit der damit verbundenen Philosophie auseinandersetzen, stellen deswegen gesellschaftlich eine Randgruppe dar, die sowohl staatlich wie kirchlich in eine denunziatorische und gefährliche Nähe zum Totschlagbegriff des Satanismus gestellt werden.
Zwar bezog sich schon Crowley selbst in seiner Rezeption des Begriffs Thelema auf die Humanphilosophie Rabelais, in dessen Roman zum erstenmal eine "Abtei Thelema" auftrat, aber selbst das geriet in Vergessenheit.
Der Freikatholik Federico Tolli legt nunmehr ein bahnbrechendes Grundlagenwerk zu Thelema vor, welches den Begriff schon in den frühchristlichen und gnostischen Schriften ausweist. Eine solche Genese und Rezeption des Begriffes von seinem ersten Auftreten bis in die heutige Zeit hat es zuvor noch nicht gegeben. Vergessen ist, dass schon der Kirchengründer Augustinus von einer Vergöttlichung des Menschen durch die Gottesliebe im Nächsten ausging und dass das darin beinhaltete Gesetz "Tu was du willst" - sofern es in der Vergöttlichung durch Liebe stattfindet - nie fehlgeleitet sein kann.
Sein Buch besteht aus zwei insgesamt großen Teilen - der kompletten Rekapitulation THELEMA in der historischen Kirchengeschichte wie auch in den Arbeiten der Mystiker bis hin zu den modernen Okkultisten, von denen Crowley nur die Spitze eines Eisberges darstellt.
Ein wichtiges religionswissenschaftliches Werk, das die Grundlage bilden wird für den noch ausstehenden Dialog zwischen dem Christentum und der okkulten Logenwelt. Sowohl die Kirche wird in Zeiten ihrer notwendigen Umorientierung die theologische Auseinandersetzung mit THELEMA nicht aussparen können, wie auch die okkulten Gruppierungen über ihren Tellerrand hinausschauen müssen, denn ihr Alleinanspruch auf Wurzeln und Inhalte ihrer Philosophie sind nach der Vorlage der Arbeit von Tolli nicht mehr vertretbar. Tolli verkündet mit seiner Interpretation von THELEMA die Vision einer christlichen Meta-Religion von morgen.
Für den interdisziplinären Dialog zwischen Kulturen und Religionen ein unverzichtbares Werk.
ISBN 3-936149-35-6 120 S. kt. 9,80 €
Abraham von Worms, Buch Abramelin - Hg. Georg Dehn
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Das "magische Testament eines hebräischen Gnostikers" konnte sich auf Anhieb als Standardwerk der Magie etablieren und behaupten. Die positive Resonanz aus der Szene, die guten Besprechungen ("die Bibel der Magie" Michael D. Eschner) und die ungebrochene Nachfrage haben uns von einer weiteren Auflage überzeugt. Es gibt Details im Kerntext, die dank der Aufarbeitung weiterer Handschriften (u.a. Wolfenbüttel von 1608, Dresden ca. 1720) ergänzt oder korrigiert werden konnten.
Weiterlesen: Abraham von Worms, Buch Abramelin - Hg. Georg Dehn
Freimaurer-Spielkarten
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Idee Ivan Wojnikow, Ausführung Matthias Perlet.
Karo zeigt die idealisierte Welt der Antike: den Bau der Pyramiden und des Salomonischen Tempels. In dieser Welt liegen die spirituellen Wurzeln der Freimaurerei.
Herz reflektiert das Mittelalter und die Zeit der Dombauhütten. Es entstehen die ersten Logen als Zusammenschlüsse von Werkmaurern.
Pik spiegelt die Zeit der Aufklärung und der beginnenden Moderne mit großen, durch Freimaurer getragenen Ereignissen wie der Französischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika wider.
Kreuz ist den Freimaurern der Gegenwart gewidmet, die nicht nur im zweiten Weltkrieg mit ihrem Leben für humanistische Werte einstanden, sondern auch den technischen Fortschritt entscheidend vorantrieben und im zivilen Leben tagtäglich am Tempelbau der Humanität arbeiten.
55 Blatt (Bridge etc.), 9,2 x 6,8 x 2,2 cm; ISBN 978-3-936149-15-9; UVP 14,50 €
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